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Muslimische Abrechnung mit Al-Qaida-Drohvideo
Dienstag, 29. September 2009 um 08:06 Uhr
Es ist nicht so lange her, dass nach Anschlägen radikal-islamistischer Terroristen weltweit Muslime gebeten und aufgefordert waren, sich zu äußern und zu distanzieren. Als wenige Tage vor der Bundestagswahl das Drohvideo von Bekkay Harrach (Bild rechts) im Internet auftauchte, sah sich jedoch kaum ein Vertreter einer islamischen Organisation in Deutschland genötigt, das zu kommentieren. Dennoch haben sich viele deutsche Muslime damit auseinandergesetzt, dass der aus Bonn stammende und der Al-Qaida zugerechnete Harrach in ihrem und dem Namen des Islams mit Anschlägen in Deutschland gedroht hatte, falls deutsche Truppen auch nach der Wahl in Afghanistan im Einsatz blieben. (Hier ein Beitrag dazu auf dem Portal des ZMD.)
Sehr ausführlich und sehr eindringlich hat sich – aus religiöser Perspektive – Hakan Turan mit Harrach und dessen Video beschäftigt. In seinem Blog „andalusian.de“ schrieb Turan, der auch Teilnehmer des „Zukunftsforum Islam“ der bpb ist, am 27.9. einen lesenswerten Text unter dem Titel „An meinen fehlgeleiteten Bruder Bekkay“ , aus dem wir im Folgenden Auszüge zitieren.
Turan gibt zunächst seiner Verständnislosigkeit gegenüber der Überzeugung Harrachs Ausdruck, dass: „meine Religion unter den heutigen Umständen allen Ernstes [verlangen sollte], dass wir, bzw. eine stellvertretende Gruppe von uns, in einen bewaffneten Kampf gegen jene Gesellschaft zieht, die uns ungeachtet unserer Religion von allen Angeboten ihres Gesundheits- und Bildungswesens profitieren lässt, uns einen großzügigen Sozialstaat an die Seite stellt und uns religiöse und bürgerliche Freiheitsrechte gewährt, von denen wir in den meisten sogenannten islamischen Länder nur träumen könnten - eine in der Tat absurde Vorstellung.“
Aufruf: Für ein offenes Europa, gegen antimuslimischen Rassismus
Sonntag, 27. September 2009 um 08:38 Uhr
Anläßlich einer Kundgebung der rassistischen "Bürgerbewegung Pax Europa" findet am 3. Oktober in Berlin eine Protestveranstaltung statt, die von ufuq.de unterstützt wird. Hier der Aufruf:
Am 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, laden Musliminnen und Muslime seit Jahren bundesweit zum „Tag der offenen Moschee“ ein. Dies ist der Bürgerbewegung Pax Europa“ ein Dorn im Auge, die deshalb an diesem Tag zu einer antimuslimischen Kundgebung aufgerufen hat.
Wir wenden uns hiermit gegen den Versuch der „Bürgerbewegung Pax Europa“, Ängste zu schüren und Vorurteile zu verstärken. Ihre Anhängerinnen und Anhänger fantasieren den Untergang des „christlichjüdischen Abendlandes“ durch eine „schleichende Islamisierung“ Europas herbei und stigmatisieren Musliminnen und Muslime rassistisch. Ihr Konstrukt eines exklusiv „christlich-jüdischen Abendlandes“ zielt mit kulturrassistischen Argumenten darauf ab, Musliminnen und Muslime auszugrenzen und ein Feindbild Islam aufzubauen. Wir dagegen treten für ein offenes Europa und ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen ein – unabhängig von Kultur, Religion oder Herkunft. Rechtspopulistische Propaganda bildet einen geistigen Nährboden für rassistische Ausgrenzung bis hin zu gewalttätigen Übergriffen und Morden. Das aktuelle Beispiel des Mordes an der Ägypterin Marwa El-Sherbini in Dresden verdeutlicht, wohin Hass gegen Musliminnen und Muslime letztendlich führen kann.
Die Stadt Köln hat sich erfolgreich gegen Veranstaltungen rassistischer Gruppierungen wie „Pro Köln“ mit einem breiten Bündnis aus Zivilgesellschaft
und Politik zur Wehr gesetzt. Diesem Beispiel wollen auch wir in Berlin folgen und antimuslimischrassistische und damit demokratiefeindliche Agitation
nicht zulassen.
Deswegen rufen wir alle Berlinerinnen und Berliner am 3. Oktober 2009 zu einer Gegendemonstration auf! Diese beginnt um 13 Uhr am Hardenbergplatz (Bahnhof Zoologischer Garten).
Aktualisierungen: www.reachoutberlin.de
Eine Liste der Unterstützer der Gegendemonstration finden Sie hier.
Werner Schiffauer über drei Generationen der IGMG
Freitag, 25. September 2009 um 08:19 Uhr
In dem kürzlich erschienenen Buch „Nach dem Islamismus. Eine Ethnographie der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs“ skizziert der Ethnologe Werner Schiffauer den Weg türkischer Migranten in Deutschland im Umfeld der Milli Görüs. In einem Video-Interview, das im Rahmen der Berliner Gespräche des Suhrkamp Verlages entstanden ist, fasst Schiffauer einige seiner Thesen zusammen.
Der vom Verfassungsschutz als islamistisch eingestuften IGMG bescheinigt er darin, sich in ihrer zweiten, von ihm als "postislamistisch" beschriebenen Generation vom Islamismus der ersten Generation entfernt zu haben. Dieser Islamismus wurde wesentlich vom ehemaligen türkischen Ministerpräsidenten, Necmettin Erbakan geprägt, der die Milli Görüs-Bewegung in den 70er Jahren begründete. Seit den 90er Jahren habe sich die IGMG gegenüber der deutschen Gesellschaft geöffnet,erklärt Schiffauer. Dies zeige sich unter anderem in einer „Bejahung des säkularen Rechtsstaates“, der Ablehnung der Idee eines islamischen Staates und der Entdeckung der Rolle der Religion in der deutschen Verfassung „als Alternative zum islamischen Staat“.
Diese internen Prozesse seien aber, so kritisiert Schiffauer, von der Mehrheitsgesellschaft und insbesondere von Verfassungsschutzbehörden nicht erkannt worden – vielmehr gingen diese weiterhin davon aus, dass die IGMG unverändert eine Islamisierung der Gesellschaft und eine „islamistische Weltherrschaft“ anstrebe. Eine Folge sei, dass der postislamistische Wandel der Organisation gegenwärtig von einigen Vertretern der dritten Generation in Frage gestellt werde. „Eine Erneuerung des Radikalislamismus ist nicht ausgeschlossen“, gibt Schiffauer zu bedenken. Er plädiert daher für eine politische Öffnung gegenüber den Vertretern der zweiten Generation der IGMG, um diese gegenüber radikaleren Strömungen zu stärken.
Hier geht es zu einer Kritik Schiffauers an den Einschätzungen des Verfassungsschutzes. Schiffauer stellt viele seiner Publikationen auf seiner Website als Download zur Verfügung, darunter auch einige zur IGMG. Wichtige Informationen über die IGMG finden Sie auch in der immer noch aktuellen Broschüre "Politik im Namen Allahs. Der Islamismus - eine Herausforderung für Europa". Hier ein Bericht aus dem NRW-Innenministerium über die IGMG.
Virtueller Besuch der Aqsa-Moschee in Jerusalem
Dienstag, 22. September 2009 um 22:33 Uhr
Einen virtuellen Rundgang durch die Aqsa-Moschee und um den Felsendom bietet die Seite 360tr.com. Die Bilder sind beeindruckend:
Medienspiegel: Özil, Wahlen, Rosenkrieger
Samstag, 19. September 2009 um 18:11 Uhr
- SPD vergrault Migrant aus den eigenen Reihen
(taz.de, 19. Sep. 2009) - Migranten in der Politik: "Kann ein Muslim CDU-Politik?"
(taz.de, 18. Sep. 2009) - Kommentar von Sabine am Orde: Ruhe für die Ausländerfront
(taz.de, 18. Sep. 2009) - Yusuf Bayrak kandidiert: Neuköllns Rosenkrieger
(tagesspiegel.de, 18. Sep. 2009) - Wen Türken wählen
(zeit.de, 18. Sep. 2009) - SPD aus Reflex
(zeit.de, 16. Sep. 2009) - Wie wählen Migranten in Deutschland?
(dw-world.de, 16. Sep. 2009) - Kurnaz-Affäre: "Ein Staat, der Beistand leisten kann, wenn es ernst wird"
(taz.de, 13. Sep. 2009) - "Muslime, geht ihr wählen?": Hoffen auf Rot-Grün
(islamische-zeitung.de, 11. Sep. 2009) - Türkische Gemeinde gibt Empfehlung: Erststimme nur für Deutschtürken
(taz.de, 10. Sep. 2009) - Video: "Nicht nur Plakate kleben": Migranten in der Politik
(zdf.de, 4. Sep. 2009)
Islamistische Stimmen gegen Demokratie und Wahlen [Nachtrag: Video]
Donnerstag, 17. September 2009 um 21:22 Uhr
(Salafitisches Video zu der Frage, ob es Muslimen gestattet ist, sich an Wahlen zu beteiligen. Quelle: Youtube.com)
Zahlreiche muslimische Verbände und Organisationen rufen derzeit dazu auf, sich an den Bundestagswahlen zu beteiligen (s. dazu hier den Eintrag auf ufuq.de vom 15.9.). Dagegen sprechen sich einige extremistische Strömungen ausdrücklich gegen eine Beteiligung von Muslimen an Wahlen aus. „Jetzt wollen sie uns zu ihrem Dien [Religion] zwingen“ vermutete zum Beispiel eine Teilnehmerin eines vornehmlich von jungen Erwachsenen genutzten deutschsprachigen salafitischen Internetforums anlässlich der nach der Europa-Wahl diskutierten Idee, eine Wahlpflicht einzuführen. In ihrem Eintrag verlinkt sie zur Erläuterung ihrer Haltung auf das Buch „Die Religion der Demokratie“. Dieses findet sich auf Al-Azr.com – einer deutschsprachigen islamistischen Seite, deren Betreiber von sich erklären, dass sie auch jeglichen „Staatsislam“ und dessen Anhänger „vollkommen ablehnen“ würden – ebenso wie „sonst eine gesetzgebende oder dem Unglauben loyale Institution“.
Al-Azr (dt.: ‚Stärke’) präsentiert vor allem ins Deutsche übersetzte Schriften - das Logo der Seite zeigt einen Federhalter - salafitischer Autoren sowie Grundlagenwerke islamistischer Ideologie etwa von Ibn Taimiyya oder Sayyid Qutb. Der Autor von „Die Religion der Demokratie“ (arab. Original: Ad-Dīmuqrātiyya Dīn) ist der palästinensische Jordanier Abu Muhammad al-Maqdisi, der als geistiger Vater des irakischen Jihadisten und Al-Qaida-Führers Abu Musab al-Zarqawi weltbekannt geworden ist. Maqdisi zählt zu den international einflussreichsten Theoretikern des Jihadismus.
Weiterlesen: Islamistische Stimmen gegen Demokratie und Wahlen [Nachtrag: Video]
„Muslime, geht wählen!“: Islamische Verbände appellieren an die „Bürgerpflicht“ [Nachtrag]
Dienstag, 15. September 2009 um 09:50 Uhr
„Es geht nicht nur darum, gemeinsam Couscous zu essen, sondern darum, gemeinsam Macht zu teilen.“ Mit diesem Ausspruch bringt Tariq Ramadan auf den Punkt, was von vielen islamischen Verbänden im Vorfeld der Bundestagswahlen angemahnt wird. Seit Jahren fordert der Schweizer Islamwissenschaftler, Muslime in Europa sollten sich aktiv in die hiesige Politik einbringen. Zugleich fordert er eine Öffnung der Gesellschaft für islamische Akteure. Damit stößt er auch bei jenen Verbänden auf Zustimmung, deren Öffentlichkeitsarbeit sich lange Zeit auf weitgehend unpolitische Aktivitäten beschränkte.
„Muslime, geht wählen!“ fordert dagegen Aiman Mazyek im Namen des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD): „Nutzen sollen die deutschen Muslime ihr demokratisches Recht. Es sollte Bürger – und Muslimpflicht sein, am 27.September wählen zu gehen“, erklärte er kürzlich in einem Beitrag auf sogesehen.tv, dem Video-Portal des ZMD. In den „Wahlprüfsteinen“, die der ZMD an die Parteien verschickte, ging es dennoch vornehmlich um islampolitische Themen: „Hat Ihre Partei ein eigenes Konzept für eine in sich schlüssige Islampolitik?“ oder „Was tut Ihre Partei gegen die Diskriminierung von Muslimen in Gesellschaft und Beruf?“ lauten zwei der Fragen, die von Vertretern der Parteien beantworten werden sollten. [Nachtrag, 16.09.2009: Mittlerweile hat islam.de die ersten Antworten veröffentlicht.]
Mit der extremen Rechten für die Befreiung? Aufrufe zum diesjährigen al-Quds-Tag
Freitag, 11. September 2009 um 22:12 Uhr
Die Proteste gegen die NPD-Demonstration in Hamburg am heutigen Freitag wurden auch von islamischen Vereinen unterstützt. So rief die SCHURA – Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V. dazu auf, sich an der Protestkundgebung gegen den Neonazi-Aufmarsch zu beteiligen.
Eine andere Form der Solidarität bekundete hingegen die rechtsextreme Berliner DVU. Auf ihrer Webseite warb die DVU um eine Beteiligung am diesjährigen Al-Quds-Tag, der am 12. September in Berlin begangen wird. Der „Jerusalem-Tag“ wurde 1979 von Ayatollah Khomeini ausgerufen und wird seitdem auch in vielen europäischen Städten am letzten Freitag des Ramadans befolgt. In Berlin nahmen in den vergangenen Jahren teilweise über 1.000 Personen an den Demonstrationen teil, an denen sich nicht nur schiitische, sondern vereinzelt auch sunnitische und säkular-nationalistische Akteure beteiligten. (Siehe zum Beispiel einen Aufruf des aus Tunesien stammenden Islamisten Al-Hedi Brik vom vergangenen Herbst.)
Der Quds-Tag ist wichtiger Bestandteil der antisemitischen Weltsicht, die von der iranischen Führung auch nach dem Tod Khomeinis vertreten wird. Der Konflikt um Palästina ist danach die wesentliche Ursache für die unterschiedlichsten Probleme, mit denen die heutigen Gesellschaften nicht nur im Nahen Osten, sondern weltweit konfrontiert wären. Diese Sichtweise wird auch in einem Video des islamischen Online-Portals Muslim-Markts deutlich, in dem Teilnehmer des Quds-Tages über ihre Motivation, an den Protesten teilzunehmen, Auskunft geben. Auch hier gilt die "Befreiung Palästinas" von israelischer Besatzung als wichtigste Hürde bei der Schaffung einer besseren Welt.
Im aktuellen Aufruf zum Quds-Tag in Berlin heißt es dementsprechend:
„Es gibt unterschiedliche Bezeichnungen für das PROBLEM unserer Weltgemeinschaft: ‚das internationale Finanzkapital‘, ‚Imperialismus‘, (arab.) ‚Istikbar‘, ‚der große Satan und seine Verbündeten‘, ‚globalisierte Macht‘ usw. Man mag es bezeichnen, wie man möchte. Die Basen des PROBLEMS liegen in den USA, England und Israel. Das Volk Palästinas bekommt seit über 60 Jahren die unmenschliche Dimension dieser Machtkonstellation am intensivsten zu spüren.“
Der Konflikt um Palästina steht hier ausdrücklich stellvertretend für andere Auseinandersetzungen und Probleme, für die "der Zionismus" und dessen vermeintliche Hintermänner weltweit verantwortlich gemacht werden.
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Medienspiegel: Sexratgeber, Kollaborateure, Wahlen
Sonntag, 06. September 2009 um 03:29 Uhr
Ausstellung ”Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg”
- Neuköllner Kulturwerkstatt bekräftigt Kritik
(tagesspiegel.de, 4. Sep. 2009) - Ausstellungsstreit ist beigelegt
(taz.de, 4. Sep. 2009) - Kommentar von Alan Posener: Überall Kollaborateure
(welt.de, 3. Sep. 2009) - Migrationsrat kritisiert Weltkriegsschau
(tagesspiegel.de, 3. Sep. 2009) - Umstrittene Schau im Wedding eröffnet - Neukölln lässt sich Zeit
(tagesspiegel.de, 2. Sep. 2009) - Harte Fronten beim Gedenken
(taz.de, 1. Sep. 2009) - Video: Das Schicksal der Kolonialsoldaten
(3sat.de, 1. Sep. 2009) - Streit um Ausstellung eskaliert
(taz.de, 28. Aug. 2009) - Geschichtsaufarbeitung nach Neuköllner Art
(tagesspiegel.de, 27. Aug. 2009) - Kommentar: Arabische Nazis in Neukölln: Der Mufti von 1000 Jahren
(tagesspiegel.de, 27. Aug. 2009)
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Anklage gegen Leipziger Imam Hassan Dabbagh
Samstag, 05. September 2009 um 09:35 Uhr
Der Leipziger Imam Hassan Dabbagh und sieben weitere Personen müssen sich demnächst wegen Gründung einer kriminellen Vereinigung und Verbreitung volksverhetzender Schriften vor Gericht verantworten, berichtete der Focus. Die Ermittlungen gegen Dabbagh, in deren Rahmen bei Hausdurchsuchungen diverse Schriften und Videos beschlagnahmt wurden, laufen bereits seit zwei Jahren. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde der salafitische Prediger unter anderem durch Auftritte in den Talkshows „Christiansen“ und "Menschen bei Maischberger".
Zu den nun angeklagten Personen gehört auch Reda Seyam, über den in den vergangenen Tagen im Zusammenhang mit einem Urteil des Berliner Kammergerichts mehrfach in den Medien berichtet wurde. Das Gericht hatte dem Deutsch-Ägypter das Recht zugesprochen, seinen Sohn "Djehad" zu nennen - was ihm vom Standesamt wegen der möglichen Übersetzung des Namens als "Heiliger Krieg" zunächst verweigert worden war. (siehe hier)
Über die Vorwürfe gegen den Imam der Leipziger Al-Rahman-Moschee, der auch als Gefängnisseelsorger tätig war, hatte das ARD-Magazin Fakt bereits im Mai berichtet:
(siehe auch "Hassprediger schulen junge Gotteskrieger", 25. Mai 2009)
In dem Bericht wurde Dabbagh vorgeworfen, islamistisches Propagandamaterial verbreitet und Kontakte zu Gruppierungen und Einzelpersonen zu unterhalten, die Al-Qaida und der jihadistischen Terrorszene nahe stehen. Die Reportage bezog sich dabei ausdrücklich auf einen internen Bericht des Landeskriminalamtes Sachsen über salafitische Netzwerke in Deutschland. Die Interpretation dieses Berichtes wollte das LKA Sachsen damals allerdings auf Nachfrage der Leipziger Volkszeitung nicht bestätigen. Eine Sprecherin des LKA kritisierte den ARD-Bericht, weil er sich auf "selektive, aus dem Kontext gerissene Zitate aus einem behörden-internen Papier" berufe, die die Intention des Dokuments nicht richtig wiedergäben.
Dabbagh selbst bestreitet die Vorwürfe: "Ich rufe zu Frieden, Dialog und Völkerverständigung auf, lehne Gewalt, Terror und Parallelgesellschaften ab", erklärte er gegenüber der Leipziger Volkszeitung. Bereits im Frühjahr hatte Dabbagh in Videos die Beschuldigungen zurückgewiesen und als Teil einer Kampagne gegen den Islam verurteilt.
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