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Von hier nach dort - per Fernbedienung und Mausklick. Über den Wandel türkischsprachiger Medienangebote in Deutschland

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Samstag, 03. Dezember 2011 um 11:40 Uhr

Dieser Beitrag über türkischsprachige Medien ist zuerst in dem Dossier Zuhause in Almanya – Türkisch-deutsche Geschichten & Lebenswelten der Heinrich Böll Stiftung erschienen. Canan Topçu ist freie Journalistin und Lehrbeauftragte an der Hochschule Darmstadt.

von Canan Topçu

Aktuellen Schätzungen zufolge gehört die Türkei mit ca. 260 regionalen und überregionalen TV-Kanälen zu den größten FernsehanbieterInnen Europas. Türkeistämmigen in Deutschland stehen darüber hinaus auch eigene, eigens auf sie zugeschnittene Sendungen und Zeitschriften zur Verfügung. Die Ausweitung des Medienangebots für Almancis ist nicht nur allgemeiner Effekt der Globalisierung, die Veränderungen der letzten Jahrzehnte sind auch Anzeichen einer fortschreitenden mediengesellschaftlichen Integration.

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Deutsch und/oder Muslim? – Muslimische Jugendliche in Deutschland

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Mittwoch, 23. November 2011 um 20:36 Uhr

von Götz Nordbruch

”Religiosität ist mir wichtig, aber sie ist nicht alles.” Genauso wichtig wie sein Glaube seien ihm sein Beruf, seine Herkunft aus dem Ruhrgebiet und seine türkische Identität. Die Art und Weise, wie Melih Kesmen den Islam lebt, spiegelt seine Erfahrungen im Einwanderungsland Deutschland. Mit der Türkei, dem Herkunftsland seiner Eltern, hat seine Religiosität nur noch am Rande zu tun.

Kesmen steht für eine Generation deutscher Muslime, für die alte Gewissheiten immer weniger Bestand haben. Der Gründer und Designer des Modelabels Style Islam, das sich auf islamische Lifestyle-Produkte spezialisiert hat, erklärt seine Religiosität als Reaktion auf überkommende Traditionen und Überzeugungen, mit denen er sowohl in der Mehrheitsgesellschaft als auch in der Begegnung mit der Elterngeneration konfrontiert ist. Wie ein „Punk“ reagiere er mit seiner Art, den Glauben auch nach außen zu tragen, auf die „Missverständnisse und Zerrbilder“, die in der Öffentlichkeit über den Islam bestehen. Zugleich wendet er sich gegen die „Vermischung von Traditionen und Volkskultur“ mit den Botschaften des Islam, die von älteren Muslimen praktiziert werde. (Interview 18. Juli 2011, 2010lab.tv)

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Interview: Haram und halal - Religiöse Gebote und Praktiken unter jungen Muslimen

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Donnerstag, 17. November 2011 um 13:59 Uhr

Religiöse Gebote und Praktiken spielen für viele Muslime eine wichtige Rolle. Dabei sind diese Gebote und Praktiken keineswegs starr und werden von allen Muslimen geteilt. Paula Schrode forscht zu religiösen Praktiken unter Muslimen in Deutschland und hat sich inbesondere mit dem sich wandelnden Verständnis der islamischen Speiseregeln beschäftigt. Im Gespräch beschreibt die promovierte Islamwissenschaftlerin, welche Bedeutung religiösen Geboten im Alltag von jungen Muslimen zukommt.  

In Ihrer Arbeit beschreiben Sie Speiseregeln nicht nur als wichtigen Aspekt der individuellen Glaubenspraxis, sondern betonen auch die soziale Komponente dieser Regeln. Worin besteht genau dieser soziale Aspekt der Speiseregeln?

Es sind eigentlich zwei Aspekte: Essen ist eine elementare gemeinschaftsstiftende Praxis. Umgekehrt werden überall, wo gemeinsames Essen und wechselseitiges Teilen von Nahrung durch religiös begründete Speiseverbote eingeschränkt werden, automatisch Gruppengrenzen und sozialer Abstand markiert. Der zweite Aspekt ist spezieller: Sobald man es mit Substanzen zu tun hat, die von geschlachteten Tieren stammen, hängt es nach verbreiteter islamischer Sichtweise von der Religionszugehörigkeit des Schlachters ab, ob das entsprechende Lebensmittel für Muslime erlaubt ist oder nicht. Wenn ich diese Regeln strikt befolgen möchte, muss ich häufig also nicht nur die konkreten Inhaltsstoffe, sondern auch die sozio-religiöse Herkunft eines Produktes berücksichtigen. In einer pluralen Gesellschaft wird das natürlich zu einer sehr komplexen Angelegenheit.

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Interview: Da'wa zwischen religiöser Bildung und Missionsarbeit am Telefon

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Montag, 17. Oktober 2011 um 09:19 Uhr

Islamische Vereine haben sich als zivilgesellschaftliche Akteure etabliert. Mit ihren Angeboten wenden sie sich immer häufiger auch an Nichtmuslime. Besonders sichtbar sind dabei oft Initiativen aus dem salafistischen Spektrum, die im Internet oder mit Informationsständen für ihr Verständnis des Islam werben.

Die Islamwissenschaftlerin Nina Wiedl forscht zum Verständnis der Da’wa-Arbeit, dem ‚Ruf zum Islam’, unter Muslimen in Deutschland. Im Interview beschreibt sie, wie sich die Da’wa der islamischen Vereine in den letzten Jahren veränderte und warum es gerade die Salafisten sind, die trotz ihrer sehr kleinen Zahl ein großes Publikum erreichen.

Frau Wiedl, bis vor einigen Jahren beschränkte sich die Arbeit von islamischen Vereinen auf den engeren Kreis der Gemeindemitglieder. Mittlerweile hat sich das geändert: Islamische Vereine machen intensive Öffentlichkeitsarbeit, suchen den Dialog und versuchen dabei auch, ihre Sichtweise des Islam zu verbreiten. Spiegelt sich darin ein verändertes religiöse Selbstverständnis und ein anderes Verhältnis zu Nicht-Muslimen?     

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Islamophobie, antimuslimischer Rassismus oder Muslimfeindlichkeit? Kommentar zu der Begriffsdebatte der Deutschen Islam Konferenz

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Mittwoch, 12. Oktober 2011 um 23:15 Uhr

Im Frühjahr dieses Jahres veröffentlichte die Deutsche Islam Konferenz einen Zwischenbericht der Arbeitsgruppe "Präventionsarbeit mit Jugendlichen", in dem es u.a. um eine inhaltliche Diskussion der Begriffe Islamophobie, Muslimfeindlichkeit und antimuslimischen Rassismus geht. Die Teilnehmer einigten sich auf den Begriff "Muslimfeindlichkeit", der zukünftig als Leitkonzept in der Arbeit der AG Verwendung finden soll. Im folgenden Beitrag von Yasemin Shooman, der auf dem Online-Portal der Heinrich-Böll-Stiftung erschienen ist, wird diese Begrifflichkeit kritisch hinterfragt. Shooman ist Historikerin und Doktorandin am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin. Wir danken der Autorin und der Böll-Stiftung für die Erlaubnis, den Kommentar hier zu veröffentlichen.

von Yasemin Shooman

In ihrer zweiten Phase hat die Deutsche Islam Konferenz eine Arbeitsgruppe „Präventionsarbeit mit Jugendlichen“ eingerichtet, die im März 2011 einen Zwischenbericht vorgelegt hat. Wie es einleitend heißt, wurde von der AG u.a. „ein gemeinsames Verständnis“ des Phänomens „Fremdenfeindlichkeit gegenüber Muslimen/ ‚Islamfeindlichkeit‘ […] gesucht.“ (Zwischenbericht, S. 2) In der Wissenschaft werden seit einigen Jahren verschiedene Begriffe und theoretische Konzepte diskutiert, mit denen eine negative Haltung gegenüber MuslimInnen sowie die Stereotypisierungen, denen sie diskursiv unterworfen sind, ihre gesellschaftliche Ausgrenzung und strukturelle Diskriminierung in europäischen Migrationsgesellschaften erfasst werden sollen.

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Neuer Artikel: Spiegel der Gesellschaft. Islamistische und ethnisch-chauvinistische Einstellungen unter jungen Migrantinnen und Migranten

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Mittwoch, 12. Oktober 2011 um 12:18 Uhr

In einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "deutsche jugend. Zeitschrift für die Jugendarbeit" setzt sich ufuq.de-Mitarbeiter Götz Nordbruch mit islamistischen und ethnisch-chauvinistischen Einstellungen junger Emigranten auseinander. Solche demokratiegefährdende Einstellungsmuster bezieht der Autor auf religiöse Normierungen und Dominanzbestrebungen einiger islamischer Strömungen wie z.B. der Grauen Wölfe oder salafitischer Gruppierungen. In ihnen kommt es, so der Autor, zu Selbstethnifizierungen, die eine Integration in die deutsche Gesellschaft blockieren. Integrationsfeindlich sind auch die autoritären Ordnungsvorstellungen solcher Gruppierungen. Hintergrund für solche Entwicklungen ist, so Nordbruch, die Suche junger Migrantinnen und Migranten nach Gemeinschaft und Orientierung. Zugleich bestärken reale und empfundene Diskriminierungen junger Migranten in der Einwanderungsgesellschaft den Rückzug auf vermeintlich "ursprüngliche" Identitäten und islamische Gemeinschaftsideologien. Der Autor empfiehlt, die Abgrenzungen junger Migranten nicht so sehr als importierte Ideologien zu verstehen, sondern als eine Spiegelung von Erfahrungen, die diese Jugendlichen bei ihrer Sozialisation in Deutschland gemacht haben.

deutsche jugend, Heft 10 (2011), S. 413-420
   

Einladung zur Vorstellung der Teamerworkshops "Islam, Islamismus und Demokratie" in Berlin und Hamburg (Nachtrag)

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Dienstag, 04. Oktober 2011 um 11:11 Uhr

Wir laden Sie herzlich zu den Auftaktveranstaltungen des Projekts „Islam, Islamismus und Demokratie“ der HAW Hamburg und ufuq.de in Berlin und Hamburg ein:

>>> am 21. Oktober 2011 um 14.00 Uhr in den Räumen der HAW Hamburg, Alexanderstrasse 1, Raum 1.19, 20099 Hamburg (in Kooperation mit der Kinder- und Jugendhilfe, Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, Freie und Hansestadt Hamburg)

(NACHTRAG: weitere Anmeldungen für die Veranstaltung in Hamburg sind leider nicht mehr möglich!)

>>> am 28. Oktober 2011 um 11.00 Uhr im JugendKulturZentrum PUMPE, Kleiner Kinosaal, Lützowstr.42, 10785 Berlin-Mitte (in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung Berlin)

Bei der Veranstaltung stellen wir die Teamerworkshops vor, die wir ab Oktober in Jugendeinrichtungen und Schulen zu den Themen Islam, Islamismus und Demokratie anbieten. Bei dieser Gelegenheit werden wir einen der fünf Kurzfilme vorführen, in dem es u.a. um Menschenrechte und Demokratie geht. Dabei werden auch unsere Teamer anwesend sein und über ihre Arbeit Auskunft geben.

Über Ihr Interesse an der Veranstaltung und eine Weiterleitung der Einladung würden wir uns sehr freuen! Für eine kurze Anmeldung per email an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. oder Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. wären wir Ihnen dankbar.


 
   

Keine Verrenkungen nötig. Muslimische Gedanken zu lesbischer und schwuler Liebe und Sexualität

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Sonntag, 02. Oktober 2011 um 08:44 Uhr

Gesellschaften ändern sich - umso wichtiger ist es, die historischen Aussagen der religiösen Quellen auf die heutige Zeit zu übertragen. "Warum also  nicht auch in punkto Homosexualität?", fragt Hilal Sezgin. Im folgenden Artikel wendet sie sich gegen die Vorstellung, Homosexualität und Islam seien unüberbrückbare Gegensätze. Der Text erschien in dem sehr gelungenen Buch "Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre 'Muslime versus Schwule'. Sexualpraktiken nach dem 11. September 2001" von Koray Yilmaz-Günay (Hg.). (hier eine Besprechung) Wir bedanken uns bei der Autorin und dem Herausgeber für die freundliche Erlaubnis, den Text hier zu veröffentlichen. 

von Hilal Sezgin

Es scheint eine der ganz großen Gewissensfragen zu sein, der letzte Prüfstein, an dem sich entscheidet, ob Europas MuslimInnen nun integrations- und demokratiefähig sind: Wie sie sich zur Homosexualität äußern. Erkennen sie sie als gleichwertige Sexualität an oder nicht? Der Schweizer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan, umtriebig auf allen Anwendungsgebieten des modernen Islams, hat sich auch dazu auf seiner Website geäußert. Schon mehrfach ist Ramadan Opfer regelrechter Verleumdungskampagnen geworden, die ihn als «Wolf im Schafspelz» beschreiben, und wenn man seine neue Stellungnahme liest, hört man förmlich schon, wie sich seine Feinde die Hände reiben… Doch sie wären im Unrecht, das finde ich mit derselben Entschiedenheit, mit der ich mit Ramadan hier inhaltlich nicht einer Meinung bin.

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Vom bad boy zum Vorbild in Sachen Gottes? Islamistische Initiativen werben mit ehemaligen Rappern um junge Muslime

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Dienstag, 23. August 2011 um 15:28 Uhr

von Götz Nordbruch

”Wer ist Dein Vorbild?” Unter diesem Titel steht eine Veranstaltung, die Anfang September in der Berliner al-Nur-Moschee stattfindet. Als Referent hat die Moscheegemeinde den ehemaligen Rapper Amir Junaid Muhadith eingeladen, der noch vor Kurzem mit ganz anderen Tönen Aufmerksamkeit erregte. Unter dem Künstlernamen Loon hat der in New York geborene Sänger zuvor vor allem als bad boy Karriere gemacht. Seine Alben No friends und Wizard of Harlem, in denen es vor allem um sex und crime geht, stießen auch in Deutschland auf einiges Interesse.

Seit seiner Konversion zum Islam im Jahr 2008 findet Amir Muhadith auch in anderen Kreisen Gehör. Auch unter Vertretern des Salafismus, einer rigiden Lesart des Islam, die sich an der frühislamischen Gemeinde des 7. Jahrhunderts orientiert, erhält der ehemalige Sänger Zuspruch. Hier steht Amir Muhadiths neuer Lebenswandel für die Heilsbotschaft des Islam, die den Sänger auf den rechten Weg geführt hat.

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„Importierte Konflikte?“ – Ungleichheitsvorstellungen und antipluralistische Tendenzen unter jungen Migrantinnen und Migranten

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Dienstag, 02. August 2011 um 09:58 Uhr

Der folgende Beitrag von Götz Nordbruch ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Überblick des IDA-NRW erschienen.

„Importierte Konflikte” – unter diesem Schlagwort wird immer wieder über Spannungen berichtet, die in den vergangenen Jahren in den Einwanderungsgesellschaften Europas zu beobachten waren. „Wiens Ethnien und ihre Kleinkriege” titelte beispielsweise die österreichische Zeitung Die Presse angesichts der politischen Konflikte, die unter Migrant/innen aus dem ehemaligen Jugoslawien und anderen Konfliktregionen in der österreichischen Hauptstadt auszumachen seien. (diepresse.com, 30. Mai 2009) Auch in Deutschland wird immer wieder die Befürchtung geäußert, dass Konflikte in den Herkunftsregionen der mittlerweile fast 16 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund zu Spannungen führen könnten. Dem Nahostkonflikt, der Situation der Kurden in der Türkei und den ethnisch-nationalistischen Konflikten im ehemaligen Jugoslawien werden besonderes Konfliktpotential zugeschrieben.

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