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www.salaf.de: Übersetzungen von Schriften und Predigten saudischer Gelehrter
Donnerstag, 22. November 2007 um 17:30 Uhr

Aufwendige Übersetzungen religiöser Texte und Predigten bietet die Website www.salaf.de ihrer Leserschaft an. Dabei handelt es sich um Schriften und Predigten von salafistischen Religionsgelehrten, die dem wahhabitischen Islam anhängen: Die meisten von ihnen kommen aus Saudi-Arabien oder haben dort ihre religiöse Ausbildung absolviert. Auch die übersetzten Predigten wurden größtenteils in saudischen Moscheen gehalten. Die deutsche Website dürfte damit zu der Vielzahl von Einrichtungen gehören, mit denen saudische Stellen versuchen, einen rigiden und teils äußerst aggressiven Islam weltweit zu verbreiten.
Darauf deuten jedenfalls die Inhalte eines Großteils der im original meist arabischen, teils aus dem Englischen ins Deutsche übertragenen Texte:
Zum Ausdruck kommt hier eine extreme Schrift- und Gelehrtengläubigkeit, denen höchste Autorität zugesprochen wird. Auf Grundlage dieser religiösen Quellen ganz genau beschrieben wird auch der Antichrist: Dieser wird ein Jude sein und die Gläubigen werden ihn an "seiner rötlichen Gesichsfarbe, dicken gekräuselten Haaren" und seiner Einäugigkeit erkennen. Im Mittelpunkt der übersetzten Schriften steht aber immer wieder die Auseinandersetzung mit den Kuffar, den Ungläubigen: Zu diesen zählen alle Angehörigen anderer Religionen, aber auch Muslime, die nicht den „eindeutigen“ religiösen Vorgaben, sondern „menschen-gemachten“ Gesetzen folgen wollen; und die Schiiten, die „noch gefährlicher“ seien als Juden und Christen. Und wer als Muslim „Juden, Christen, Parsen, die Götzendiener, die Heuchler oder die Kommunisten nicht als Ungläubige ansieht, ist selbst ein Ungläubiger“ – und geht als solcher in die Hölle.
Einem interreligiösen Dialog werden hier klare Absagen erklärt: Juden- und Christentum seien dem Islam untergeordnet. Der Islam werde die Welt „kontrollieren“ und Pflicht jeden Muslims sei es, dafür zu sorgen, das dies geschehe. Deshalb dürfe er sich auch nicht mit Kuffar vermischen oder befreunden. Die Juden werden in einer von salaf.de als „historisch“ überschriebenen Predigt von Scheich Ali Abdur-Rahman al-Hudhaifi aus dem Jahr 1998 als „satanisch“ denunziert. Ihr Glaube sei materialistisch, trüge die „Bosheit gegenüber der Menschheit“ in sich und sei „eingetaucht in moralischem Zerfall, Habsucht und Begierde“.
Zwar distanzieren sich die saudischen Gelehrten gleichzeitig vom Terroismus und der Praxis des takfir (d.h. der Erklärung anderer Muslime zu Ungläubigen). Allerdings geschieht das allzu deutlich vor dem Hintergrund, dass Saudi-Arabien und seine Herrscher selbst zum Ziel von takfir und islamistischem Terror wurden. Offensichtlich wird in solchen Distanzierungen des Terrorismus als „unislamisch“ der Unwille, sich damit auseinanderzusetzen, dass es die eigene von Feindbildern durchsetzte salafistisch-wahhabitische Ideologie ist, die den Nährboden des Terrors liefert. Vor diesem Hintergrund macht auch der „Haftungsausschluss“ Sinn, den salaf.de jedem der von ihr offenbar seit Oktober 2001 veröffentlichten Texte voranstellt. Darin heißt es: „Salaf.de hat sich selbst verpflichtet, authentisches Wissen über den Islam zu publizieren. Hierbei ist es unumgänglich über gewisse Praktiken eines islamischen Staates mit islamischer Gesetzgebung zu sprechen, die im Widerspruch zur hiesigen Ordnung stehen. Die Darstellung solcher Inhalte ist keinesfalls als Aufruf zur Umsetzung, sondern nur als Aufklärung über die islamische Sichtweise zu verstehen.“
Mehr zu der Seite www.salaf.de im Newsletter Nr. 3, der Anfang Dezember erscheinen wird.


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