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Halal-Tattoos: Zimmerdeko als islamische Kunst

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Die Planungen des neuen Ausstellungskonzepts zur islamischen Kunst im Pergamonmuseum in Berlin sind im vollen Gange. Stefan Weber, der neue Direktor des Museums für Islamische Kunst, steht für einen neuen Blick auf das Thema. (Bericht aus der Berliner Zeitung)

Die Kunst von Muslimen wird hier nicht mit dem Islam erklärt, sondern als Ausdruck eines weiteren kulturellen Kontexts. Islamische Kunst ist vielfältig, zeigt aber vor allem auch viele Parallelen und Verbindungen zu nicht-islamischer Kunst. Die urbane Architektur in Kairo läßt sich eben nicht auf das "Islamische" beschränken, sondern wird maßgeblich bestimmt durch das großstädtische Leben einer Stadt – und da liegt es nahe, nicht nur nach Parallelen zwischen den Bauten in Kairo und Aswan zu fragen, sondern auch zwischen jenen in Kairo und Paris. Das bedeutet auch, dass sich islamische Kunst nicht auf Architektur und Handwerk in Kairo, Istanbul und Karachi beschränken läßt. Islamische Kunst ist auch Teil der Kulturgeschichte Deutschlands, Frankreichs oder Großbritanniens.

Beispiele dafür gibt es viele. Das Lifestyle-Label Styleislam ist eines, auf das wir hier im Blog schon öfters hingewiesen haben. Ein anderes ist die deutsche Firma Halaltattoo.com, die islamischen Wandschmuck anbietet. Dabei handelt es sich um kalligrafische Schriftzüge, die an Zimmerwänden montiert werden können. Das ist weder kitschig noch sakral, sondern sehr stylish und paßt in jedes Architekturbüro und in jede Zahnarztpraxis - hat aber eine ausdrücklich islamische Botschaft: Die Texte, die man wählen kann, stehen für „Es gibt keinen Gott außer Gott!“, „Im Namen Gottes, des Barmherzigen“, „Gott hat es so gewollt“ – oder einfach nur „Allah“.

Auch aus der Modewelt gibt es unzählige Beispiele, wie sich aktuelle Trends mit religiösen Botschaften verbinden. Ähnlich wie Style-Islam bietet auch das britische Islamicdesignhouse.com Hoodies, Hijabs und T-Shirts an, die auch aus der aktuellen H&M-Collection stammen könnten.

Um diese Modetrends und deren Vermarktung im Internet geht es auch in dem Vortrag „Islamic Fashion in Cyberspace“ von Prof. Annelies Moors am Berliner Zentrum Moderner Orient am Donnerstag, 28. Januar 2010.