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Hetze gegen Homosexuelle in der Berliner Zeitschrift al-Salam
Donnerstag, 24. Juli 2008 um 16:51 Uhr

Das Berliner Anzeigenmagazin al-Salam warnte in seiner April-Ausgabe vor den vermeintlichen Gefahren der Homosexualität. Am Beispiel der biblischen Geschichte von Lots sündhaftem Volk beschreibt Muhammed Lujain al-Zayn die Strafen, die von Gott und dem Propheten Muhammed für homosexuellen Sex vorgesehen seien.
Die Geschichte von Lot findet sich auch im Koran. In dem arabischsprachigen Text zitiert Lujain al-Zayn Ergebnisse einer medizinischen Studie als "Beweis" für seine Thesen: Nach seinem Verständnis ist Homosexualität nicht nur eine individuelle Sünde gegen Gott. Gleichgeschlechtliche Sexualität sei zudem eine Gefahr für die Gesellschaft als Ganze. Die Ausgrenzung von Homosexuellen ist daher nach Ansicht des Autoren notwendig, um die Gesellschaft vor den Gefahren der Homosexualität zu schützen.
Der Text ruft nicht ausdrücklich zu Gewalt auf – er lässt sich dennoch als Legitimation für gewaltsame Angriffe auf Homosexuelle lesen. Wir dokumentieren den Text im Folgenden, um deutlich zu machen, dass es sich bei Homophobie oft nicht "nur" um spontane, affekthafte Reaktionen handelt, sondern um gefestigte Einstellungen und weltanschauliche Überzeugungen.
(Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch in unserem aktuellen Newsletter. An dieser Stelle sei auch auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Kieler Professors für Psychologie, Bernd Simon, hingewiesen, der homophobe Einstellungen unter Jugendlichen untersucht hat. Er sieht traditionelle Männlichkeitsnormen als wichtigste Ursache von Homophobie, die nicht auf Migranten oder Muslime beschränkt sind. So stimmten bei seinen Befragungen 48% der 14-20-jährigen männlichen Jugendlichen ohne Migrationshintergrund der Aussage zu, es sei abstoßend, wenn sich zwei Männer küssen.)

„Ein fleischfressendes Bakterium und geschlechtliche Anormalität“
von Muhammed Lujain al-Zayn
„Gott erinnerte (die Menschen im Koran) an das Volk des Lot und beschrieb es als feindselig und maßlos. Die Handlungen, die das Volk des Lot begeht, sind danach Sünde. Auch der Prophet bekräftigte in mehreren Hadithen, dass homosexuelle Männer zu töten seien. Bei drei Gelegenheiten verfluchte er diese Menschen.
Warum beschrieb Gott die Taten von Lots Volk als abstoßend, warum wurde er vom Propheten verflucht und warum befahl der Prophet, diese Personen zu töten – wo doch heute manche dieses Verhalten verteidigen und behaupten, es handele sich um eine Form von Liebe, die niemandem schade? Selbst manche Muslime verteidigen diese Personen und behaupten, es handele sich nicht um Verbrecher, sondern um Kranke!
Mit dieser Untersuchung wende ich mich an alle ‚Anormalen‘ – an jene, die sich selbst als ‚Homosexuelle‘ bezeichnen – damit sie in Reue zu Gott zurückkehren und von ihren anormalen Handlungen ablassen. Wenn sie nicht (schon im Diesseits) von tödlichen Krankheiten befallen werden, dann werden sie im Jenseits für ihre Handlungen auf das Schärfste bestraft. Diese ‚Homosexuellen‘ müssen umkehren und sich dessen bewusst werden, was hier im Folgenden dargelegt wird.
Sexuell anormale Männer, die man als Homosexuelle oder – mit Bezug auf das Volk des Lot – als Lotianer (…) bezeichnet, sind Männer, die ihre Taten mit jungen Knaben begehen – Knaben, die nicht wissen, dass es sich dabei um eine Sünde handelt – oder mit Männern, die ähnlich handeln, wie sie selbst. Unter diesen Männern gibt es einige, die es lieben, den passiven Part zu übernehmen und die sich deswegen vielleicht dazu entschließen werden, eine Geschlechtsumwandlung vorzunehmen.
Ich bin kürzlich auf eine Meldung gestoßen, die mich irritiert hat und die mich dazu veranlasste, mich mit den Krankheiten zu beschäftigen, die durch anormales Verhalten übertragen werden. Dabei stieß ich auf erschreckende Dinge: Da ist zunächst ein Artikel über eine medizinische Studie aus den USA, die belegt, dass sexuell anormale Männer besonders häufig von einer neuen Form eines Bakteriums betroffen sind, dass unter dem Namen 'Menschenfleischfressendes Bakterium' bekannt geworden ist. (…)
Die Weltgesundheitsorganisation bestätigt, dass sie Dutzende Millionen Dollar ausgibt, um solche Krankheiten zu bekämpfen, die mit anormalem Geschlechtsverkehr einhergehen, und um die unschuldigen Menschen zu schützen, die durch die Anormalität des Ehepartners oder durch Bluttransfusionen von diesen Krankheiten betroffen sind.
Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Zahl derjenigen, die an Krebs erkranken, unter Anormalen um ein Vielfaches höher ist als unter normalen Menschen. Schließlich gibt es unter Anormalen sogar eine besondere Form der Krebserkrankung, die erst kürzlich, vor allem unter Homosexuellen in Kalifornien und Los Angeles, beobachtet wurde und deren Hintergründe noch erforscht werden.
Die Verbreitung dieser Krankheiten durch sexuelle Freizügigkeit und schamlose und anormale geschlechtliche Beziehungen ist nichts anderes als eine wundersame Verwirklichung dessen, was der Prophet bereits vorhersagte. (…)
Es ist erstaunlich: Wie kann ein Muslim jemanden verteidigen, der so etwas Schmutziges tut? Denn wir wissen doch, dass über den After der Kot ausgeschieden wird, und unsere Intuition und Veranlagung sagen uns, dass es unrein ist, was diese Personen machen.
Die muslimischen Brüder seien daher daran erinnert, einem Homosexuellen nicht die Hand zu schütteln, denn man weiß nie, was für Bakterien und Keime sich an seiner Hand befinden und Verderben bringen könnten. Ich rate dazu, sich von denjenigen fern zu halten, die solche Handlungen begehen, denn diese Handlungen entsprechen nicht unserer natürlichen Veranlagung. (…)
Diese Tatsachen zeigen uns, dass Gott die Geschichte von Lots Volk erzählte, um uns zu ermahnen. Auch Prophet Muhammed berichtete uns von den Strafen, die derjenige erfahren wird, der diese Unanständigkeiten begeht, und er berichtete von den Krankheiten, die mit diesen Handlungen verbunden sind. Heute erleben wir diese Krankheiten und das Auftauchen dieser Bakterien, die zuvor unbekannt waren (und die uns im Koran und in der Sunna) vorhergesagt wurden.“

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